Titel:

Das Pferd und die Bremse

Beschreibung:  Eine Fabel von Christian Fürchtegott Gellert
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ISBN: 3518381075   ISBN: 3518381075   ISBN: 3518381075   ISBN: 3518381075 
 
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Das Pferd und die Bremse


Ein Gaul, der Schmuck von weißen Pferden,
Von Schenkeln leicht, schön von Gestalt,
Und, wie ein Mensch, stolz in Gebärden,
Trug seinen Herrn durch einen Wald;
Als mitten in dem stolzen Gange
Ihm eine Brems entgegenzog,
Und durstig auf die nasse Stange
An seinem blanken Zaume flog.
Sie leckte von dem weißen Schaume,
Der heficht am Gebisse floß.
»Geschmeiße!« sprach das wilde Roß,
»Du scheust dich nicht vor meinem Zaume?
Wo bleibt die Ehrfurcht gegen mich?
Wie? Darfst du wohl ein Pferd erbittern?
Ich schüttle nur: so mußt du zittern.«
Es schüttelte; die Bremse wich.
Allein sie suchte sich zu rächen;
Sie flog ihm nach, um ihn zu stechen,
Und stach den Schimmel in das Maul.
Das Pferd erschrak, und blieb vor Schrecken
In Wurzeln mit dem Eisen stecken.
Und brach ein Bein; hier lag der stolze Gaul.

***

Auf sich den Haß der Niedern laden,
Dies stürzet oft den größten Mann.
Wer dir, als Freund, nicht nützen kann,
Kann allemal, als Feind, dir schaden.

  
Deutsche Lyrik (Taschenbuch)
von Hanspeter Brode
Siehe auch:
Einführung in die Gedichtanalyse
Wie interpretiere ich ein Gedicht?: Eine...
Die Maßnahme. Zwei Fassungen: Anmerkungen
Deutsche Literaturgeschichte: Von den Anfänge...
Von morgens bis mitternachts
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von 1945 bis zur Gegenwart. Interpr...
 
   
 
     

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